Viel Üben für den Fahrradschein
Geprüft. Salzburgs Volksschüler legen derzeit ihre Radfahrprüfungen ab. Trainiert wird im Verkehrsgarten.
Eva Hammerer Salzburg-Stadt (SN). Im Gänsemarsch geht es zur Teststrecke in Salzburg-Maxglan: Die Schülerinnen und Schüler der Volksschule Abfalter tragen Helme und Warnwesten. Und sie sind nur ein bisschen nervös. Schließlich haben sie sich auf die Fahrradprüfung gut vorbereitet. Ein Beamter wird später sagen: „Das ist eine der besten Klassen, die wir je hatten.“
Zuerst müssen die 20 Buben und Mädchen die praktische Prüfung bestehen. Handzeichen, Stoppschilder, Linksabbiegen und Busse: Das sind mögliche Stolpersteine auf dem Weg zum Radführerschein.
Theoretisch wird in der Schule geübt, praktisch im Verkehrsgarten der Stadt Salzburg im Stölzlpark. Auf dem für alle frei zugänglichen Gelände können sich die Kinder gefahrlos auf den Straßenverkehr vorbereiten.
Abteilungsinspektor Anton Steindl leitet die Verkehrserziehungsgruppe des Stadtpolizeikommandos. Er ist für die Organisation der Radfahrprüfungen zuständig. „Der Verkehrsgarten umfasst samt Schulungsgebäude 4000 m2 .“
Über ein ganzes Schuljahr besuchen rund 5000 Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren den Verkehrsgarten, den es nun seit 45 Jahren gibt. Auch Volksschulen aus den Umlandgemeinden üben gern im Verkehrsgarten.
Nach der praktischen Prüfung folgt die theoretische: Ein Beamter stellt je zwei Kindern die Testfragen. „Welche Ausrüstung braucht ein Fahrrad?“, ist eine davon.
Laura (9) und Hannah (10) haben die Prüfung schon hinter sich. „Wir haben in der Schule gelernt und in den vergangenen Tagen viel geübt“, sagt Laura. Ihre Freundin Hannah freut sich schon: „Heute Nachmittag werde ich das erste Mal allein mit dem Rad fahren.“ Laura muss damit noch bis zu ihrem zehnten Geburtstag warten.
Die Firma Okalin aus Uttendorf (OÖ) erneuerte im Herbst kostenlos die Bodenmarkierungen im Verkehrsgarten. Die verdreckten und teils mit Graffiti besprühten Verkehrszeichen wurden von der Salzburger Firma Wieser Verkehrssicherheit kostenlos gegen neue getauscht. Im Sommer wird außerdem die Stadt Salzburg das Schulungsgebäude sanieren. Hans Autzinger von der Firma Okalin sagte den SN: „Wir stellen unser Werbebudget dafür zur Verfügung. Es ist sinnvoll, in die zukünftigen Verkehrsteilnehmer zu investieren.“
Die Salzburger Volksschüler wissen das zu schätzen. Nachdem sie alle ihre Prüfung geschafft haben, dürfen sie noch ein paar Runden im Verkehrsgarten drehen – sichtlich mit Begeisterung.
