Tumulte bei Fekter-Vortrag
Salzburg (SN-res). Der große Bruder wollte den etwas kleineren Bruder nach seinen Worten „beschützen“. Dieser wiederum wollte den noch etwas kleineren dritten Bruder „aus Familienbeschützerinstinkt umarmt“ haben. Der „kleinere“ hatte nämlich Schweizerkracher geworfen, was anlässlich eines Vortrags von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) im Salzburger WIFI am 14. Jänner einen Tumult ausgelöst hatte. Und dieser Tumult brachte die zwei älteren Brüder am Montag wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt vor Einzelrichterin Karoline Edtstadler, wobei der älteste Bruder (26) einen Polizisten durch einen Würgegriff und einen Tritt ans Knie verletzt haben sollte. Weder er noch sein 24-jähriger Bruder (der jüngere Kracherwerfer ist nicht angeklagt) bekannten sich schuldig. – Prozess vertagt.
Er habe sich spontan entschlossen, vor dem WIFI zu erscheinen, als über SMS die Nachricht verbreitet wurde, Ministerin Fekter komme zu einem Vortrag über das Asylrecht. Damals kochte gerade die Debatte über die Internierung von Asylbewerbern hoch. Die Demonstration, zu der rund 18 Gleichgesinnte erschienen, war nicht angemeldet. Nachdem die Demonstranten von angeblich 40 Polizisten vom Saal abgedrängt worden waren, wo Fekter dann auch unbehelligt sprechen konnte, kam es auf dem Julius-Raab-Platz zu den Tumulten. Der älteste Angeklagte sagte, er habe bloß einen Beamten, den er gar nicht als solchen erkannt habe, von seinem anderen Bruder „wegziehen“ wollen, was alles andere ausgelöst habe. Drei Polizisten, die beim Einsatz dabei waren, sprachen jedoch von Gegenwehr, als sie den Kracherwerfer hätten festnehmen wollen. Ende vom Lied: Zwei Brüder zwei Tage in U-Haft, die Polizisten zehn Tage später belobigt.
