ÖBB-Aufsichtsrat stellt die Weichen für Christian Kern
Wien (SN-wie). Der Aufsichtsrat der ÖBB-Holding AG will bei seiner Sitzung, heute, Dienstag, den Personalspekulationen um die künftige ÖBB-Führung ein Ende machen. Eigentlich steht nur die Nachfolge für den scheidenden Vorstand des Bereichs Absatz, Gustav Poschalko, an. Daneben wollen die ÖBB-Kontrollore aber auch klarstellen, wer künftig die ÖBB führen soll.
Alle Signale deuteten zuletzt darauf hin, dass man sich vorab auf den jetzigen Verbund-Vorstand Christian Kern geeinigt hat. Der einstige Sekretär des früheren SPÖ-Klubobmanns Peter Kostelka soll Peter Klugar nachfolgen, der erst in der Vorwoche den Weg für einen personellen Neubeginn frei gemacht hat. Klugar hatte angekündigt, seinen Ende des Jahres auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Damit dürfte eine Ausschreibung des Postens nicht mehr nötig sein, was eine raschere Besetzung ermöglicht. Es kann ein Kandidat aus dem Kreis der 36 eingelangten Bewerbungen für die Nachfolge Poschalkos zum Zug kommen, und zum Vorstandschef gekürt werden. Daher ist auch nicht davon auszugehen, dass Klugar die Geschäfte der ÖBB bis Jahresende führen, sondern schon im Sommer an Kern übergeben wird. Zu klären sind noch die finanziellen Bedingungen, unter denen Kern den Job antritt. Er hat beim Verbund deutlich mehr verdient als Klugar. In Diskussion ist auch ein Dirimierungsrecht im Vorstand für Kern.
Für einen Vorstandsposten ist auch der Chef der ÖBB-Werkstätten, Franz Seiser, im Gespräch. Dem Vernehmen nach macht sich die ÖVP aber für den ehemaligen McKinsey-Berater Christoph Wolff stark. Finanzvorstand bleibt Josef Halbmayr.
