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Klugar fährt in die Remise

Wien (SN). Seit Wochen wurde über seinen Abgang spekuliert. Am Donnerstag setzte der Vorstandschef der ÖBB-Holding, Peter Klugar, diesen Spekulationen selbst ein Ende. Er wird diesen Job nur mehr heuer machen. „Ich habe nach reiflicher Überlegung und aufgrund meiner persönlichen Lebensplanung beschlossen, mich nicht mehr für die Funktion des Vorstandssprechers zu bewerben“, teilte Klugar per Aussendung mit. Sein Vertrag läuft Ende 2010 aus. Als aussichtsreichster Nachfolger für Klugar wurde zuletzt Verbund-Vorstand Christian Kern genannt, dessen Vertrag dort bis Ende 2011 läuft. Chancen auf den Spitzenjob bei der Bahn werden auch Franz Seiser, Chef der ÖBB-Werkstätten, eingeräumt. Ein weiterer Kandidat soll laut Medienberichten Christoph Wolff sein, bis 2007 McKinsey-Berater, als solcher Dauergast bei den ÖBB und zuletzt im Vorstand der Deutsche-Bahn-Tochter DB-Schenker-Rail. Wolff verhandelte das Güterverkehrs-Joint-Venture Railselect von DB und ÖBB.

Von ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker bekam Klugar, der im Vorjahr seinen 60er gefeiert hat und seit mehr als 30 Jahren bei den ÖBB ist, Rosen gestreut. „Peter Klugar hat die Führung des ÖBB-Konzerns in einer besonders schwierigen Situation übernommen. Seine Kenntnis des Unternehmens und seine Erfahrung waren in dieser Phase von großem Wert.“ Unter Klugars Leitung sei die Restrukturierung der ÖBB in Richtung mehr Effizienz und Kundenorientierung in Angriff genommen worden. Unter Druck geraten war der ausgewiesene Infrastrukturspezialist zuletzt durch die Affäre um jahrelange illegale Aufzeichnungen von Krankendaten sowie die Probleme im laufenden Bahnbetrieb.

Am 9. März soll bei der Aufsichtsratssitzung der ÖBB-Holding beschlossen werden, wer Absatzvorstand Gustav Poschalko nachfolgt. Sein Vertrag läuft ebenfalls bis Ende dieses Jahres.

Möglich wäre, dass Kern als Poschalko-Nachfolger nominiert wird, aber nach dem Ausscheiden Klugars zur Nummer eins der ÖBB aufsteigt, heißt es. Bei der Aufsichtsratssitzung am kommenden Dienstag könnte die Ausschreibung von Klugars Job bereits auf Schiene gebracht werden.

Wirtschaft / 05.03.2010 05.03.2010 / Print
 
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