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  <inhalt>&lt;p&gt;Viktor Hermann Sein Beglaubigungsschreiben hat er dem &#246;sterreichischen Bundespr&#228;sidenten Heinz Fischer Mitte September &#252;berreicht. Im Gespr&#228;ch mit den SN nimmt der neue US-Botschafter in &#214;sterreich, William C. Eacho, Stellung zu Barack Obamas ersten Erfolgen im Amt und sagt, wie &#214;sterreich dem gro&#223;en Amerika helfen k&#246;nnte.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als Pr&#228;sident Barack Obama ins Wei&#223;e Haus einzog, sprach er viel dar&#252;ber, die Gr&#228;ben in der amerikanischen Gesellschaft schlie&#223;en zu wollen. Heute sieht es eher aus, als w&#228;ren sie tiefer geworden.  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eacho:  Das ist eine Frage der Wahrnehmung. Man h&#246;rt sehr laut die Leute von ganz links und von ganz rechts. Viel davon ist Parteipolitik. Aber Amerika ist kein konservatives Land und es ist kein linkes Land, es ist vorwiegend zentristisch. Aber das verkauft keine Zeitungen, das macht keine spannenden Nachrichten im Fernsehen. Ohne Zweifel haben wir aber eine gesunde Debatte &#252;ber verschiedene Themen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Beispiel Gesundheitsreform. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eacho:  Eine gro&#223;e Mehrheit der Amerikaner ist daf&#252;r, das Gesundheitssystem zu reformieren. Zugleich ist es leicht, den Leuten Angst zu machen. Die meisten Leute unterst&#252;tzen die Reform,  und die Wirtschaft unterst&#252;tzt sie. Weil die Gesch&#228;ftsleute erkennen, dass Amerika nicht konkurrenzf&#228;hig ist, wenn wir 16 Prozent des Bruttosozialprodukts f&#252;r das Gesundheitswesen ausgeben und andere L&#228;nder neun, zehn oder elf Prozent. Am Ende wird es ein Kompromiss werden. Man wird ein paar Ideen von den Rechten &#252;bernehmen, ein paar von den Linken und einen Kompromiss finden. Die gro&#223;e Mehrheit der Bev&#246;lkerung wird zufrieden sein, weil es Gesundheitsversorgung f&#252;r mehr Menschen gibt als bisher. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Pr&#228;sident Obama hat eine Menge Dinge angefangen . . . &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eacho:  Er ist ein Multitasker . . .&lt;/p&gt;&lt;p&gt;W&#228;re er nicht besser beraten, sich eine Reform herauszupicken und mit einem Erfolg zu punkten?  &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eacho:  Er arbeitet an vielen verschiedenen Initiativen gleichzeitig. Jede verursacht Arbeit im Kongress. Und der Kongress kann nicht allzu viele Dinge gleichzeitig erledigen. Die Senatoren zum Beispiel sagen: Wir erledigen zuerst die Gesundheitsreform, dann nehmen wir uns  den Klimawandel vor. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Gerade bei der Klimapolitik ist Pr&#228;sident Obama entschlossen, viel zu bewegen. Wir haben bereits ein massives Stimulus-Paket verabschiedet, das gewaltige Mengen Geld f&#252;r saubere Energie einsetzt. Das erreicht zwei Dinge gleichzeitig:  Wir starten den Weg zu einer von  Kohlenstoffemissionen  freien Wirtschaft, wir schaffen Jobs und bringen Erholung f&#252;r die Wirtschaft. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zur Abr&#252;stung. Dieser Tage hat ein russischer Politiker den amerikanischen Standpunkt zur Abr&#252;stungspolitik begr&#252;&#223;t. Das hat es in 50 Jahren nicht gegeben. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eacho:   In der Tat. Und das beruhte auf Gegenseitigkeit. Lange Zeit herrschte in den USA die Ansicht: Wenn Russland etwas Bestimmtes m&#246;chte, dann tun wir das Gegenteil. Pr&#228;sident Obama fragt eher  nach unserem eigenen strategischen Interesse. Ein Beispiel: Die Raketenabwehr, die die Regierung Bush in Osteuropa geplant hat. Die richtete sich gegen interkontinentale ballistische Raketen. Die Milit&#228;rs haben den Pr&#228;sidenten darauf hingewiesen, dass die Bedrohung eher von Mittelstreckenraketen  ausgehe. Diese Einsicht und die Erkenntnis, dass wir l&#228;ngst &#252;ber modernere, mobile Abwehrm&#246;glichkeiten verf&#252;gen, hat zur Entscheidung gef&#252;hrt, das alte Konzept der Raketenabwehr fallen zu lassen. Also haben wir etwas getan, was den Russen gef&#228;llt. Und das verbessert das Klima zwischen Washington und Moskau.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und das h&#228;lt den USA den R&#252;cken frei. Eacho:  Die Russen helfen uns eine Menge mit Afghanistan &amp;#8211; mit der Erlaubnis, unseren Nachschub durch russischen Luftraum zu schicken.  Warum tun sie das? Weil Russland erkannt hat, dass Afghanistan ein Problem  f&#252;r die ganze Welt ist. Unsere Positionen sind sehr &#228;hnlich in Bezug auf den Iran. Weder Moskau noch Washington m&#246;chte gern sehen, dass der Iran Nuklearwaffen entwickelt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wird es in Afghanistan n&#246;tig sein, mit Taliban oder Stammesf&#252;hrern zu sprechen, um eine politische L&#246;sung zu suchen, wo milit&#228;rische L&#246;sungen scheitern?Eacho:  Wir k&#246;nnen Afghanistan nicht zur&#252;ckfallen lassen in den Zustand, als es ein sicherer Hafen f&#252;r alle m&#246;glichen Terroristen war, von dem aus sie die Welt angreifen konnten.  Andererseits gibt es in der ganzen Welt nicht genug Truppen, um Afghanistan zu befrieden.  Also muss man die Sache anders angehen. Es gibt Teile des afghanischen Widerstands, die k&#228;mpfen, weil sie daf&#252;r bezahlt werden,  oder weil sie ein falsches Bild von der Welt haben.    Denen muss man klarmachen, dass wir das Land wieder verlassen wollen, dass wir ihre Institutionen so wieder aufbauen wollen, dass sie wieder Herr im eigenen Haus sind. Dann k&#246;nnten die ihre Meinung &#228;ndern. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eine der ersten Ank&#252;ndigungen von Pr&#228;sident Obama war, dass er das Gefangenenlager Guant&#225;namo Bay schlie&#223;en werde. Da ist er noch nicht sehr weit gekommen, oder? &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eacho:   Nun, wir machen Fortschritte. Um ehrlich zu sein, einige europ&#228;ische L&#228;nder unterst&#252;tzen uns da sehr. Guant&#225;namo ist ein dunkler Fleck auf der Weste der USA. Das verst&#246;&#223;t gegen unsere Verpflichtung f&#252;r die Menschenrechte. Der Pr&#228;sident will es schlie&#223;en und sicherstellen, dass wir nie wieder foltern.  Einige europ&#228;ische L&#228;nder haben sich angeboten zu helfen. Spanien, Belgien, Ungarn haben sich bereit erkl&#228;rt, einige der H&#228;ftlinge aufzunehmen, die nicht in ihre L&#228;nder zur&#252;ckgehen k&#246;nnen. Das hilft umgekehrt der Politik in den USA, ebenfalls solche Leute aufzunehmen und ihnen einen Neuanfang zu erm&#246;glichen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die gef&#228;hrlichen Leute, die in Guant&#225;namo sitzen, werden sicher in Hochsicherheitsgef&#228;ngnissen in den USA landen und durch ein Gerichtsverfahren gehen. Aber Leute, die nicht gef&#228;hrlich sind und nicht nach Hause gehen k&#246;nnen, die m&#252;ssen irgendwo hin. Ich wei&#223;, &#214;sterreich hat Nein gesagt zur Aufnahme von Guant&#225;namo-H&#228;ftlingen. Aber das ist lang her, das war vor etlichen Monaten. Ich hoffe, dass &#214;sterreich sich das noch einmal &#252;berlegt, wenn es sieht, dass es in anderen L&#228;ndern durchaus funktioniert hat. Das w&#228;re eine Sache, da k&#246;nnte &#214;sterreich sagen: &amp;#8222;Wir k&#246;nnten Amerika ein bisschen helfen.&amp;#8220; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Hei&#223;t das, es gibt entsprechende Signale? Eacho:  Ich w&#252;rde nicht sagen, dass ich schon solche Signale erhalten h&#228;tte, aber man kann immer hoffen.&lt;/p&gt;</inhalt>
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  <titel>&#8222;&#214;sterreich k&#246;nnte uns ein wenig helfen&#8220;</titel>
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  <vorspann>Interview. US-Botschafter William C. &lt;span class="highlight"&gt;Eacho&lt;/span&gt; bittet &#214;sterreich um Hilfe bei der Unterbringung von Guant&#225;namo-H&#228;ftlingen.</vorspann>
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