Kampagne soll Bauern helfen
Milch. Molkereien und Agrar Marketing wollen mit einer Kampagne den Preisverfall bremsen. Die Bauern sind skeptisch.
thomas hödlmoser SALZBURG (SN). Der sinkende Milchpreis bereitet Salzburgs Landwirten und Molkereien Sorgen. Die Landespolitik hat die Milch zuletzt sogar zum Wahlkampfthema gemacht.
Der jüngste Vorstoß mit dem Ziel einer Stabilisierung des Milchpreises kam am Freitag von Agrarlandesrat Sepp Eisl (ÖVP). Ein Appell an die Käufer soll dazu beitragen, dass der Preisverfall nicht endlos weitergeht. „Wir müssen die Konsumenten dazu aufrufen, durch ihr Kaufverhalten den Erhalt der heimischen Landwirtschaft sicherzustellen“, sagte der Agrarreferent.
So startet der Verein Salzburger Agrar Marketing in Kooperation mit Alpenmilch, Pinzgau Milch, Woerle und Käsehof Seekirchen jetzt eine Kampagne. Über Plakate, Inserate, Radiospots und Aufkleber auf Produkten werden die Konsumenten aufgefordert, Milch, Joghurt und Käse aus Salzburger Produktion zu kaufen. Die Aktion steht unter den Mottos „Diese Preise gehen auf keine Kuhhaut!“ und „Greif zu Qualität aus Salzburg!“
Alpenmilch-Geschäftsführer Christian Leeb: „Die einzigen Produkte, bei denen sich die Salzburger Konsumenten sicher sein können, dass Salzburger Milch drinnen ist, sind die Produkte mit den Logos von Salzburger Molkereien.“
Skeptisch äußern sich dagegen Vertreter der heimischen Milchbauern. „Solche Aktionen schaden nicht, nützen aber auch nicht“, sagt Bertl Neubauer von der IG Milch. „Vor der Wahl wird immer wieder alles Mögliche erfunden. Nach der Wahl hört man dann auf einmal nichts mehr.“
Die Wurzel des Problems liege woanders, sagt der Sprecher der IG Milch in Salzburg: Das Überangebot an Milch sei der Kern des Übels: „Die Menge gehört angepasst an die tatsächliche Nachfrage.“ Salzburg sollte beim Bund Druck machen, damit die von der EU angeordneten Quotenerhöhungen „in der nationalen Reserve belassen werden“. Nur so könne man das Überangebot auf dem Milchmarkt bekämpfen.
Leeb hofft dagegen auf einen Erfolg der Werbekampagne. Er sehe derzeit keinen anderen Weg, sagt der neue Alpenmilch-Chef. „Preiserhöhungen sind komplett unrealistisch. Der Handel redet eher von weiteren Preissenkungen.“
