Natürliche Baustoffe im Vormarsch
Baumaterial. Immer mehr Bauherrn setzen auf möglichst natürliche Baustoffe und entdecken „alte“ Materialien wieder.
Bernhard Schreglmann Salzburg (SN). Der Trend zu „bio“ und „gesund“ ist nicht nur auf Lebensmittel beschränkt. Immer mehr Bauherrn setzen auch bei den Baustoffen auf möglichst natürliche und gesunde Materialien.
Deshalb war das Angebot an ökologischen Baustoffen, Heizmaterialien und Möbeln noch nie so groß wie heute. Dazu kommt, dass man durch eigene Aktivitäten ohne Weiteres viel Energie sparen und Betriebskosten senken kann.
Laut einer Umfrage würden 90 Prozent aller Befragten ökologische Baustoffe anderen Materialien vorziehen, wenn diese nachweislich gesundheitlich unbedenklich sind. Für 88 Prozent ist die umweltschonende Herstellung der Baustoffe ein Kaufkriterium. Jeder Zweite ist sogar bereit, zu Gunsten von Gesundheit und Umwelt etwas tiefer in die Tasche zu greifen.
Oft genug ist mit dem ökologischen Bauen auch eine Rückkehr zu fast vergessenen Techniken und Materialien verbunden. Egal, ob Lehmbau, Flachs, Holz oder Stroh, „natürliche“ Baustoffe haben gerade im Alpenraum eine jahrhundertealte Tradition. Nun werden viele dieser Stoffe wiederentdeckt.1. Beispiel Lehm
Hier handelt es sich um einen der ältesten Baustoffe der Menschheit und inzwischen wieder einen der modernsten. Mit ganz speziellen Eigenschaften: atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend, wärmedämmend, schadstoffabsorbierend, schalldämmend, energiesparend und gesund für die Bewohner.
Aus all diesen Gründen ist das Interesse an Lehmbau überall auf der Welt neu erwacht. Lehm ist selbst für moderne Konstruktionen ausgezeichnet geeignet. Er kann auf ganz verschiedenen Arten in Bauwerken eingesetzt werden, vom Fußboden über Wandaufbauten, Putze und Deckenkonstruktionen bis hin zum Dach.2. Beispiel Holzbau
Der älteste Baustoff der Menschheit ist zweifellos Holz. Und auch dieser nachwachsende Rohstoff ist heute aktueller denn je. Bauen und Wohnen mit Holz hat viel mit Gesundheit, aber auch mit Atmosphäre zu tun. Holz, chemisch unbehandelt wohlgemerkt, ist ökologisch und vermittelt mehr als jedes andere Baumaterial das Gefühl von Behaglichkeit.
In Österreich wächst mehr Holz nach, als verbraucht wird. Es braucht also niemand ein schlechtes Gewissen zu haben, Holz im Wohnbau einzusetzen. Der Holzbau wie auch der Blockbau sind deshalb auf dem Vormarsch. Immer mehr Bauinteressenten entscheiden sich für ein Holzhaus. Gerade der gesamte Fertighaussektor setzt zu einem großen Teil auf den Baustoff Holz.3. Beispiel Nutzwasser
Beispiel Nutzwasser: Regenwasser ist kostenlos und fällt vom Himmel. Durch geeignete Sammelsysteme kann man sich viel Geld ersparen. Denn während man beim Trinkwasser aus der Leitung auch dann Kanalgebühren zahlen muss, wenn man nur die Blumen gießt, so kann man mit Nutzwasser bedenkenlos umgehen, ohne dass Gebühren anfallen.
Inzwischen gibt es ausgeklügelte Systeme zur Nutzwassergewinnung und -verwendung. Einige Bundesländer fördern diese Form der Wassernutzung. Profitieren kann jeder, schließlich genügt oft eine einfache Regentonne.
Doch durchdachte Systeme verfügen inzwischen über einen Tausende Liter fassenden Erdtank, Filtersysteme, Tauchpumpen und Verteilernetze.
Von der WC-Spülung bis zur Rasenpflege lassen sich viele Anwendungen damit fast kostenlos organisieren.4. Beispiel Gründächer
Begrünte Dächer sind nicht nur reizvoll, sie filtern auch den Staub aus der Luft. Gerade durch die Heizungen wird im Winter besonders viel Feinstaub emittiert. Die Belastung kann durch Gründächer verringert werden. Der Staub wird vom Regen in den Boden gewaschen und dient den Pflanzen dann als Dünger.
Daneben ist ein Gründach durch seine Funktion als Wasserspeicher und durch den zeitverzögerten Wasserabfluss auch ein wirksames Mittel gegen Überschwemmungen.
