Prozess um „Hauptplatz“ von Bad Gastein beginnt
Thomas Auinger Bad Gastein (SN). Der Streit um das Zentrum von Bad Gastein eskaliert. Es gibt eine Flut an Klagen und Gegenklagen. Der Eigentümer des leer stehenden Kongresshauses, der Wiener Immobilienmakler Franz Duval, will den Vorplatz des Kongresshauses einzäunen lassen. Kommenden Montag beginnt der Prozess am Bezirksgericht in St. Johann. Alle Altbürgermeister seit den siebziger Jahren werden in dem Verfahren als Zeugen erwartet.
Bereits vor Weihnachten wollte Duval um den Platz „einen Sicherheitszaun errichten“. Das hatte für große Aufregung in der Bevölkerung gesorgt. „Es ist ein lebensgefährliches Gebäude. Das hat auch der Bürgermeister 2004 in einem Bescheid festgestellt“, begründet Kläger Duval seine Klage. Diese soll klären, wer den Platz benützen darf. Die Gemeinde geht davon aus, dass der Platz öffentlich ist. Sie will nicht akzeptieren, dass der Platz im Zentrum „mit Baugittern abgesperrt“ werde, erklärt Vizebürgermeister Gerhard Kendlbacher (SPÖ) auf SN-Anfrage. „Die Gemeinde hat den Platz in den vergangenen 30 Jahren immer geräumt, für die Instandhaltung und Bepflanzungen gesorgt“, sagt Kendlbacher. Der Platz werde traditionellerweise etwa beim Maibaumaufstellen, für die Florianifeier und für Schanigärten genutzt.
„Der Platz gehört zur Liegenschaft. Er wurde uns mit dem Kongresshaus – ohne rechtliche Einschränkungen zu Gunsten von Dritten – verkauft“, kontert Duval. Auch die Fläche auf dem Kongresshaus sei gefährlich. „Unser Sachverständiger hat festgestellt, dass Kinder zum Beispiel unter den Geländern durchrutschen und hinunterfallen könnten.“ Viele Leute hielten sich nicht an die Sperre der Stiegen, es würden oben sogar Feste gefeiert.
In einem weiteren Prozess ab März will der 83-jährige Wiener („Ich liebe Gastein“) 200.000 Euro Sanierungskosten ersetzt bekommen. Seit Jahren undichte Aufzüge im Kongresshaus hätten das Wasser darunter verseucht.
