Brandanschlag auf die Kripo
Brandanschlag auf die Salzburger Kripo: Ein bisher unbekannter Täter stellte zwei Benzinkanister beim Kriminalreferat ab und zündete eine Lunte an.
Salzburg-Stadt (SN-resch, reich). Nach einem misslungenen Brandanschlag auf das Kripogebäude der Salzburger Polizei in der Alpenstraße 1 ermittelt das Landeskriminalamt (LKA). Ein unbekannter Täter hatte in der Nacht auf Montag zwei Benzinkanister an der nördlichen Hausmauer des Kriminalreferates platziert. Die beiden Kunststoffbehälter waren mit zehn bzw. fünf Litern Benzin gefüllt.
Bei einem Kanister gab es Brandspuren. Allerdings dürfte der verhinderte Brandstifter ziemlich stümperhaft vorgegangen sein. "Dort, wo die Kanister platziert waren, ist es nicht wirklich leicht, Feuer zu entfachen", sagte Oberst Josef Holzberger vom LKA.
Wäre ein Profi mit einer derartigen Menge Benzin am Werk, könnte es durchaus gefährlich werden, bestätigte Walter Kittl, Chef der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Salzburg und gerichtlich beeideter Brandsachverständiger. "Wenn ein Kanister explodiert und dabei Flüssigkeit herausgeschleudert würde, würde das einen großflächigen Brand bedeuten", meinte Kittl.
Der Leiter des Kriminalreferates, Oberstleutnant Andreas Huber, berichtete, dass die beiden Brandsätze einige Meter voneinander entfernt am Gebäude platziert waren, einer davon am Verteilerkasten der Salzburg AG. Der oder die Täter hätten versucht, die Kanister mit Zeitverzögerung anzuzünden. Allerdings sei die Flamme ausgegangen, "der Treibstoff hat nicht zu brennen begonnen". Nun würden die Kanister kriminaltechnisch untersucht. Konkrete Spuren gebe es aber nicht. Herrscht Nervosität unter den mehr als 50 Kriminalbeamten im Gebäude? "Keineswegs, wir leben nicht in Angst", sagte Andreas Huber. Allerdings würde nun eine Videoanlage installiert und das Gebäude rund um die Uhr gesichert.
Was den Hintergrund des versuchten Brandanschlags betrifft, tappt die Polizei noch im Dunkeln. Nur so viel: Ein politischer Hintergrund wird ausgeschlossen. Bei der Tat handle es sich möglicherweise um einen Racheakt eines überführten Straftäters. "Wir werden jedenfalls nicht tätig", sagte Burghard Vouk vom Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, das bei einer politischen motivierten Tat zuständig wäre.
