Ortstermin zur „Geisterstunde“
Bei „astronomischer Finsternis“ – wie das in der Fachterminologie der Meteorologen heißt – wird Einzelrichterin Karoline Edtstadler am 27. Mai vor dem Salzburger WIFI zum dritten Mal in dieser Causa verhandeln: Und diesmal an Ort und Stelle jener Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei vom 14. Jänner, die einen 26-Jährigen und dessen 24-jährigen Bruder wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt vor Gericht gebracht haben.
Das heißt: Die Richterin wird den Lokalaugenschein um 23.35 Uhr abhalten, um annähernd jene Lichtverhältnisse vorzufinden, unter denen die Tumulte vonstattengegangen sein sollen. Anlass des Ganzen war ein Vortrag, den Innenministerin Maria Fekter zum Thema Asylrecht im Saal des WIFI gehalten hatte. Spontan tauchten Kritiker der fekterschen Asylpolitik zu einer nicht angemeldeten Demo auf. Bald erschien auch die Polizei, um das Foyer des WIFI zu räumen.
Wie mehrere Polizisten am Freitag bei der zweiten Verhandlungsrunde als Zeugen schilderten, ist der Abmarsch der Demonstranten zunächst friedlich erfolgt. Dann aber habe einer „Schweizerkracher“ geworfen – der jüngere Bruder der nun Angeklagten. Wie der ältere der Brüder schilderte, habe er den Jüngeren vor dem Polizeizugriff schützen wollen; Widerstand habe er aber nicht geleistet. Falsch, so ein Polizist: Der Demonstrant habe einem seiner Beamtenkollegen eine „Halsklammer“ angesetzt und ihn in die Kniekehle getreten.Res
